NOPE – does size matter?
Braucht große Kunst wirklich große Formate?
Die Sommerausstellung „NOPE – does size matter?“ begegnet dieser Frage mit leiser Ironie und großer Neugier. Zehn Künstler:innen präsentieren Arbeiten bis maximal 50 × 40 cm – Malerei, Fotografie, Papierarbeiten, Skulptur und Objektkunst, die zeigen, dass künstlerische Intensität keine Frage der Größe ist.
Während der Ausstellung verwandelt sich die Galerie nüüd.berlin in eine kleine Sommer-Kunstmesse. Jede Künstlerin und jeder Künstler erhält eine eigene Wand. Zehn eigenständige Positionen treten miteinander in Dialog und laden dazu ein, von Werk zu Werk zu wandern, zu vergleichen, zu entdecken und sich auf ganz unterschiedliche Bildsprachen einzulassen.
Programm:
Donnerstag, 25. Juni 2026, 18:00 h
Vernissage. Die Künstler:innen werden anwesend sein.
DJ Balthazar legt auf.
Samstag, 18. Juli 2026, 16:00 h tbc
Guided Talk mit Künstler:innen der Ausstellung
Samstag, 22. August 2026, 16:00 h tbc
Guided Talk mit Künstler:innen der Ausstellung
Samstag, 29. August 2026, 16:00 – 18:00 h
Finissage
Die Ausstellung versammelt Arbeiten von:
Clara Cousineau | Daniela Finke | Daniel & Geo Fuchs | Dale Grant | Esther Gronenborn | Marco Kaufmann | Myrta Köhler | Bo Larsen | Christoph Uepping | Martin A. Völker
Die gezeigten Werke reichen von Clara Cousineaus poetischen Objektarbeiten über Daniela Finkes farbintensive Fotografien, Daniel & Geo Fuchs’ ikonische TOYGIANTS, Dale Grants neue Editionen aus FADING BEAUTY und Esther Gronenborns zwischen Realität und Imagination oszillierende Bildwelten bis hin zu Marco Kaufmanns aktuellen Arbeiten aus seiner Tape-Serie. Ebenso zeigt die Ausstellung Myrta Köhlers fotografische und installative Arbeiten, die abstrakte Malerei von Bo Larsen, die erzählerischen Bildwelten von Christoph Uepping sowie die poetisch-surrealen Fotografien von Martin A. Völker.
Das kleine Format wird dabei nicht als Begrenzung verstanden, sondern als Verdichtung. Ideen, Gesten, Erinnerungen und Beobachtungen konzentrieren sich auf engem Raum und entfalten gerade dadurch eine besondere Präsenz. Viele der Arbeiten laden dazu ein, näher heranzutreten, genauer hinzusehen und sich Zeit für die feinen Details zu nehmen.
Gleichzeitig erzählt die Ausstellung auch vom Sammeln. Denn nicht selten beginnt eine Sammlung mit einem kleinen Werk – einem Bild, das man spontan entdeckt und nicht mehr loslassen möchte. Alle Arbeiten können direkt aus der Ausstellung erworben und – wenn gewünscht – unmittelbar mitgenommen werden. So verbindet „NOPE – does size matter?“ die Freude am Entdecken mit der Möglichkeit, Kunst unkompliziert in den eigenen Alltag mitzunehmen.
Zehn Wände. Zehn Positionen. Kleine Formate.
NOPE – does size matter?
Clara Cousineau
Chose, Prose, Rose, 2024
Kleiderbügel aus Kunststoff, Wolle, Lack, 50 x 70 cm
Clara Cousineaus künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Skulptur, Fotografie, Objektkunst und visueller Sprache. Ausgehend von Alltagsgegenständen, Fundstücken und materiellen Spuren untersucht sie, wie Bedeutung entsteht und wie sich Erinnerungen, Geschichten und kulturelle Codes in Dinge einschreiben. Dabei verwandelt sie vermeintlich Banales in poetische Bild- und Denkräume, in denen sich Zufall, Beobachtung und Konstruktion begegnen. In der Ausstellung werden Arbeiten aus den Serien Slow Sculptures, Objectifier l’écriture und Note à moi-même / Note to Self gezeigt. In Chose, Prose, Rose aus der Serie Slow Sculptures werden aus wiederverwendeten Kleiderbügeln skulpturale Wortgebilde, die Sprache und Objekt miteinander verschränken. Matrice/matrice aus der Serie Objectifier l’écriture basiert auf historischen Druckmatrizen, die während einer Renovierung zufällig in den Wänden eines Hauses in Québec entdeckt wurden. Aus den Formen alltäglicher Gebrauchsgegenstände entwickelt Cousineau abstrakte und typografische Kompositionen, die Fragen nach Reproduktion, Schrift und materieller Erinnerung aufwerfen. Die fotografische Serie Note à moi-même / Note to Self dokumentiert einen kleinen gelben Wohnwagen kurz vor seinem Abriss und reflektiert die Fragilität von Orten, Erinnerungen und Momenten des Übergangs. Die Werkgruppe wird zeitgleich im Juli im Künstlerzentrum La Maison du Notaire in Trois-Pistoles gezeigt, jener Kleinstadt, in der sich das Gebäude befindet. In ihrem Werk verbindet Clara Cousineau Sprache, Fotografie und Fundstücke zu einer vielschichtigen Erzählung über Vergänglichkeit und Transformation.
Clara Cousineau (* in Québec City, Kanada) hat nach ihrem Studium der Bildenden Kunst an der Concordia University (BFA, 2018) eine eigenständige künstlerische Praxis an der Schnittstelle von Skulptur, Installation und Papierarbeit entwickelt. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Kanada und Europa gezeigt, darunter in Montréal, Toronto und Brüssel. 2018 erhielt sie den renommierten BMO 1st Art! Award. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem der Stadt Laval, Claridge Montréal und der Press Art Collection in Zürich. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Montréal, Kanada.
Daniela Finke
Life Saver’s Cabin „Birdie“, 2003
Piezo Pigment Print auf Premium Semigloss,
30 x 40 cm
Edition: 7 + 1 AP
Daniela Finke arbeitet mit Fotografie, in der Farbe und Unschärfe gezielt als gestalterische Mittel eingesetzt werden. Die Bilder entstehen aus genau beobachteten Alltagssituationen, die im Moment ihres Geschehens sichtbar werden. Der Blick richtet sich gleichermaßen auf das Individuelle wie auf das Gemeinsame. Wo physiognomische Details zurücktreten, treten Haltung, Bewegung und Farbe stärker hervor. Baywatch zeigt Rettungsschwimmer im Wettkampf an der Ostsee. Die Bilder zeigen die Welt der Lebensrettung am Strand zwischen sommerlicher Freizeit, sportlichem Wettbewerb und gemeinschaftlichem Handeln. Life Saver’s Cabin richtet den Blick auf die Wachtürme und Rettungshäuschen. In der seriellen Betrachtung werden sie zu Protagonisten einer Umgebung, die in Baywatch von den Menschen geprägt wird. Instant Karma zeigt Szenen aus einer Arbeitswelt in Thailand zwischen Schönheit und Beschwerlichkeit. Die Bildsprache nähert sich bewusst dem Malerischen an. Der Titel verweist auf einen fortlaufenden, sich wiederholenden Kreislauf. Unter dem Titel Patterns of Life versammeln sich Arbeiten, in denen individuelle Erscheinungen und gemeinsame Muster aufeinandertreffen. Die Reduktion physiognomischer Details lenkt den Blick auf Haltungen, Gesten und Beziehungen. So entstehen Bilder, die mehr zeigen, weil sie weniger erklären
Daniela Finke (*1958 in Hannover) ist bildende Künstlerin mit Schwerpunkt digitale Fotografie. Intensive Farbgebung und das Spiel zwischen Wirklichkeit und Abstraktion prägen ihre Bildsprache. Körper, Architekturen, Alltagsdinge und Naturphänomene sind ihre zentralen Themen. Daniela Finke erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u. a. den Europäischen Architekturfotografie-Preis. Ihre Arbeiten wurden national und international ausgestellt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.
Daniel & Geo Fuchs
TOYGIANTS – Editionen
Gloomy
Fine Art Print auf Hahnemühle Museum Etching,
32,9 x 48,3 cm
Edition: 50 + 10 AP
Daniel & Geo Fuchs beschäftigen sich in ihrer international bekannten Serie TOYGIANTS mit den Bildwelten der Popkultur und ihrer Wirkung auf unser kollektives Gedächtnis. Seit 2004 porträtiert das Künstlerpaar ikonische Spielfiguren, Comic-Helden, Manga-Charaktere und Sammlerobjekte mit derselben Sorgfalt und Würde, die traditionell menschlichen Porträts vorbehalten ist. Durch präzise Lichtführung und eine monumentale Inszenierung entwickeln die Figuren eine überraschende Präsenz und emotionale Tiefe. Ausgangspunkt der Serie war die Begegnung mit zwei japanischen Roboterfiguren in Berlin sowie die Zusammenarbeit mit dem Sammler Selim Varol. Aus der Auseinandersetzung mit dessen einzigartiger Sammlung entstand ein fotografisches Langzeitprojekt, das weit über die Dokumentation von Spielzeug hinausgeht. Die Figuren werden zu Projektionsflächen für Erinnerungen, Sehnsüchte, gesellschaftliche Werte und kulturelle Prägungen. Hinter der farbenfrohen und oft humorvollen Oberfläche verbergen sich Themen wie Identität, Konsum, Macht und die Entstehung kollektiver Mythen. Bekannte Charaktere erscheinen dabei ebenso vertraut wie fremd und eröffnen neue Lesarten. In der Ausstellung werden aktuelle Editionen aus der Serie TOYGIANTS gezeigt, darunter auch ganz neue Motive und Figurenkombinationen. Die zugrunde liegenden Originalarbeiten entstehen als großformatige Fotografien in niedrigen Auflagen und werden in den charakteristischen matten Acrylrahmen der Serie präsentiert.
Daniel (*1966 in Alzenau) und Geo (*1969 in Frankfurt/M.) Fuchs sind ein deutsches Künstlerpaar, das seit über 20 Jahren gemeinsam an konzeptionellen Fotoserien sowie Videoarbeiten und Installationen arbeitet, die ihnen internationales Renommee eingebracht haben. Ihre Arbeiten waren in vielen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen und Kunstmessen zu sehen und finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. Daniel & Geo Fuchs leben und arbeiten in Deutschland.
Dale Grant
Florilegium, 2026
Fine Art Print auf Hahnemühle Fine Art Baryta, 50 x 40 cm
Edition: 8 + 1 AP
Dale Grant richtet seinen Blick auf jene Momente, die oft übersehen werden: die stillen Übergänge zwischen Blüte und Verfall, Schönheit und Vergänglichkeit. In seiner fotografischen Arbeit untersucht er die fragile Ästhetik des Wandels und macht sichtbar, was im Verschwinden begriffen ist. Besonders in seiner Serie FADING BEAUTY widmet er sich Blumen in den letzten Phasen ihres Lebenszyklus. Transparente Blütenblätter, gedämpfte Farben und feine Strukturen werden dabei zu poetischen Bildräumen von großer Intensität. Seine Herangehensweise an Blumen ähnelt der Arbeit an menschlichen Porträts. Grant beobachtet seine Motive über längere Zeit, studiert Licht, Form und Veränderung und entwickelt daraus Fotografien, die weit über klassische Stillleben hinausgehen. Das Licht spielt dabei eine zentrale Rolle: Es durchdringt die Blätter, hebt ihre Texturen hervor und verleiht den Arbeiten eine beinahe malerische Tiefe. Ausgangspunkt der Serie war Dale Grants Beschäftigung mit verwelkenden Blumen in New York, in denen er eine Spiegelung menschlicher Existenz erkannte. So entstehen Fotografien, die Vergänglichkeit nicht als Ende, sondern als Teil eines fortwährenden Lebenszyklus begreifen. In der Ausstellung werden neue Arbeiten aus der Serie FADING BEAUTY aus dem Jahr 2026 erstmals als Editionen präsentiert. Die zugrunde liegenden Originalwerke entstehen als großformatige fotografische Kompositionen.
Dale Grant (* in Nassau, Bahamas) folgte nach seinem Universitätsabschluss in Internationalen Beziehungen seinem Herzen und wurde Fotograf, spezialisiert auf Mode- und Porträtfotografie. Nachdem er viele Jahre lang als Werbefotograf gearbeitet hatte, wandte er sich der Kunstfotografie zu. Blumen sind nun seine bevorzugten Modelle, die für ihn eine Allegorie für das Leben sind. Seine Arbeiten finden sich in vielen Sammlungen, er lebt in Berlin und Rotterdam.
Esther Gronenborn
Look what I found ln in my magic Garden, 2023
Photocollage und malerische Bearbeitung,Fine Art Print auf Hahnemühle William Turner,
33,2 x 23,2 cm (Außenmaße: 35,2 x 25,2 cm), Edition: 5 + 1 AP
In der Serie STILLE untersucht Esther Gronenborn Stille als fragilen Zustand zwischen Präsenz und Verschwinden. Was zunächst ruhig oder vertraut erscheint, offenbart bei längerer Betrachtung subtile Irritationen. Landschaften wirken leicht verschoben, Tiere erscheinen wie Erinnerungsfragmente oder Projektionen. Zwischen Stillstand und latenter Veränderung entsteht eine Atmosphäre, die zugleich poetisch und unheimlich wirkt. Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Naturbeobachtungen, häufig fotografiert in der Dämmerung oder nachts. Die Fotografien werden digital collagiert, überlagert und malerisch verfremdet. Dadurch entstehen hybride Bildräume zwischen Dokumentation und Konstruktion, Realität und Imagination. Viele der Tiere erscheinen nicht mehr als reine Naturmotive, sondern als Figuren eines instabilen inneren Raumes. Ein Fuchs steht unter einem künstlich wirkenden Mondlicht, Schwäne sammeln sich auf trockenem Boden, ein roter Vogel öffnet den Blick in eine Lichtung, die eher Erinnerung als Landschaft zu sein scheint. Die Bilder verweigern klare Lesbarkeit und bewegen sich bewusst zwischen fotografischer Wirklichkeit und Traumzustand. In einer Gegenwart, in der Bilder zunehmend manipuliert und konstruiert werden, reflektiert Stille auch die Unsicherheit des Sehens selbst. Die Arbeiten untersuchen Übergänge – zwischen Natur und Bild, Sichtbarkeit und Auflösung, Nähe und Entfremdung.
Esther Gronenborn (* in Oldenburg) lebt und arbeitet in der Nähe von Berlin. Die preisgekrönte Regisseurin und Medienkünstlerin wurde durch Filme wie alaska.de, Ich werde nicht schweigen und Das weiße Schweigen international bekannt. In den vergangenen Jahren erweiterte sie ihr künstlerisches Schaffen zunehmend in Richtung bildende und Medienkunst. Mit Fotografie, digitalen Collagen und KI-basierten Videoinstallationen untersucht sie die Grenzen zwischen Realität und Imagination, Erinnerung und Transformation. Seit 2024 werden ihre visuellen Arbeiten in Ausstellungen und internationalen Projekten präsentiert. Die Künstlerin ist Mitglied der Deutschen und Europäischen Filmakademie sowie Mitbegründerin der Initiativen Pro Quote Regie und Pro Quote Film.
Marco Kaufmann
Tape 92, 2026
Tape Collage, Mischtechnik auf Papier, 50 x 40 cm
Marco Kaufmanns künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Malerei, Fotografie und experimentellen Verfahren der Bildfindung. Inspiriert von Landschaften, urbanen Räumen, Reisen und fotografischen Beobachtungen entwickelt er Bilder, die Realität nicht abbilden, sondern als subjektive Erfahrung neu interpretieren. Dabei entstehen atmosphärische Kompositionen, in denen Horizonte, Wege, Architekturfragmente und Farbräume gleichermaßen Orientierung bieten und wieder auflösen. Charakteristisch für Kaufmanns Werk ist der prozesshafte Umgang mit Material. Er malt, gießt, sprüht und klebt, wobei der Entstehungsprozess selbst zu einem wesentlichen Bestandteil der Arbeit wird. Besonders deutlich wird dies in seiner aktuellen TAPE-Serie, aus der in der Ausstellung – neben älteren Werken – neue Arbeiten gezeigt werden. Ausgangspunkt sind Farbstreifen und Tapereste früherer Acryl-auf-Leinwand-Arbeiten, die gefaltet, gerissen, geschichtet und als eigenständige Elemente in Papierarbeiten integriert werden. Die dabei entstehenden Strukturen und Negativformen eröffnen neue Perspektiven und Bildräume. Überlagerungen, Sedimente und Farbreste erzählen von vergangenen Arbeitsprozessen und verweisen zugleich auf neue Möglichkeiten. So entsteht ein künstlerischer Kreislauf, in dem jedes Werk Spuren seines Ursprungs bewahrt und gleichzeitig Ausgangspunkt für etwas Neues wird. Kaufmanns Arbeiten laden dazu ein, den Blick schweifen zu lassen und in jenen Zwischenräumen anzukommen, in denen sich Erinnerung, Wahrnehmung und Vorstellung begegnen.
Marco Kaufmann(*1975 in Vorpommern) diplomierte nach einer Berufsausbildung zum Grafikdesigner in freier Kunst (Malerei und Fotografie) an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Inspiriert durch die Stadt, das Land, seine Reisen und Fotografien setzt er sein Empfundenes und Gedachtes in verschiedenen Techniken als subjektive Variante der Realität um – er malt, gießt, sprüht, klebt. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt und finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. Marco Kaufmann lebt und arbeitet in Berlin.
Myrta Köhler
Exca(r)vation #1, 2017
C-Print auf Fujicolor Crystal Archive Supreme / manuell bearbeitet,
21 x 30 cm
Unikat
Im Zentrum von Myrta Köhlers künstlerischer Arbeit stehen jene Zwischenräume, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Vorstellung ineinander übergehen. Die Künstlerin arbeitet mit Fotografie, Cyanotypie und Installation und erweitert fotografische Prozesse durch experimentelle Techniken und manuelle Eingriffe. Ihre Werke eröffnen Freiräume für Assoziation, Zufall und Imagination. In der Serie EXCA(R)VATIONS untersucht sie die Gleichzeitigkeit von Gegenwart, Erinnerung und Hoffnung. Durch das partielle Entfernen der lichtempfindlichen Schicht fotografischer Abzüge entstehen weiße Räume, die wie Abdrücke innerer Bilder wirken. Die Subtraktion von Material erzeugt dabei eine zusätzliche Ebene der Wirklichkeit. Die ebenfalls gezeigte Arbeit L’AURORA (I) knüpft an Köhlers Auseinandersetzung mit dem Element Wasser an. Wandlungsfähigkeit und Fragilität werden hier zu Metaphern für die Poesie des Lebens. Beide Werkgruppen prägt das Wechselspiel von Zeigen und Verbergen: Es bildet Räume der Möglichkeit, in denen Bedeutung erst im Blick der Betrachtenden entsteht.
Myrta Köhler, geboren in Berlin und aufgewachsen in Wien, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte unter anderem Theaterwissenschaften und Publizistik und schloss ihr Studium mit einem M.A. ab. Früh entdeckte sie die Fotografie als zentrales Ausdrucksmittel; ihre langjährige Arbeit für Theater- und Opernproduktionen prägte zudem ihren sensiblen Umgang mit Raum, Licht und Inszenierung. Ihre fotografischen und installativen Arbeiten werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und regelmäßig in Kunstmagazinen publiziert.
Bo Larsen
NEON – Sugar I, 2021
Öl, Acryl u. Spraypaint auf Leinwand, 25 x 20 cm
Bo Larsens Malerei ist geprägt von Dynamik, Materialität und emotionaler Verdichtung. In seinen Arbeiten treffen spontane Gesten auf präzise komponierte Bildräume, intensive Farbflächen auf transparente Schichtungen und kontrollierte Strukturen auf Momente bewusster Auflösung. Mit Rakeln, Überlagerungen und pastosen Farbaufträgen entwickelt Bo Larsen eine körperliche, nahezu physische Bildsprache, die zwischen Energie und Konzentration oszilliert. Ausgangspunkt seiner Werkreihen sind häufig atmosphärische Wahrnehmungen, Erinnerungen oder innere Zustände, die er nicht gegenständlich erzählt, sondern in abstrakte visuelle Prozesse übersetzt. Serien wie MIRAGE, DÄNISCHE SÜDSEE, NEON oder TWENTIES GOLDEN? zeigen seine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Licht, Bewegung, Spiegelung und emotionalen Resonanzen. Dabei entstehen Bildräume, die gleichermaßen spontan wie kontrolliert wirken. Seine Arbeiten entfalten dabei eine unmittelbare Sogwirkung und laden dazu ein, Farbe und Struktur nicht nur zu betrachten, sondern körperlich wahrzunehmen. In der Ausstellung werden kleine Werke aus den Serien LIGHT und NEON gezeigt.
Bo Larsen (*1986 in Karlsruhe) ist ein deutsch-dänischer Künstler, der erste berufliche Erfahrungen beim Film sammelte und dann ohne klassische Akademieausbildung eine eigenständige Position in der zeitgenössischen Malerei entwickelte. Inspiriert von Künstlern wie Gerhard Richter und Jackson Pollock bewegt sich sein Werk zwischen abstraktem Expressionismus, Action Painting, Pop-Art und Street Art. Seit 2017 werden seine Arbeiten regelmäßig in Ausstellungen in Berlin, Brüssel und Frankfurt am Main gezeigt. Seine Werke befinden sich heute in zahlreichen privaten Sammlungen im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Christoph Uepping
Once Upon a Time – Little Red Riding Hood, 2026
Acryl auf Karton,
39 x 28 cm / gerahmt 49,5 x 38 cm
In seinen Arbeiten untersucht Christoph Uepping, wie sich Wahrnehmung und Bedeutung durch neue Kontexte verändern. Vertraute Figuren, Orte und kulturelle Referenzen löst er aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang, fragmentiert diese und setzt sie neu zusammen. Dadurch entstehen Bildwelten, die gleichzeitig bekannt und fremd wirken. Ausgangspunkt für seine Geschichten ist dabei stets Berlin, wo der Künstler seine Motive entdeckt, fotografiert und im Atelier in einen neuen Zusammenhang bringt. Die Großstadt wird dabei selbst zur Projektionsfläche für Erzählungen, in denen sich Altes und Neues, Vergangenes und Modernes, Märchen und Wirklichkeit gegenüberstehen und sich doch auf wundersame Weise ergänzen. Wer die Bedeutung entschlüsseln und neu interpretieren möchte, muss genau hinsehen. Teilweise erschließen sich die Motive, die bewusst Stilmittel der Großstadt aufgreifen, erst auf den zweiten Blick; daraus ergeben sich dann zusätzliche Bedeutungsebenen, die über das unmittelbar Sichtbare hinausgehen. Zwischen Hoffnung, Überforderung, Ironie und Sehnsucht entstehen offene Erzählungen, die Raum für eigene Interpretationen lassen. In der Ausstellung werden neueste Arbeiten aus den Serien Once Upon A Time, Modern Times und The Observers gezeigt.
Christoph „Kikko“ Uepping (*1980 in Essen) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Industrial Design an der Folkwang Universität in Essen bei Prof. Kurt Mehnert. Nach fast zwei Jahrzehnten als Designer in der internationalen Automobilindustrie ist er seit 2025 hauptberuflich als freischaffender Künstler tätig. Seine Werke befinden sich bei Sammlern u.a. in Berlin, London, Amsterdam und Mexico City. Seit 2026 sind seine Arbeiten in Ausstellungen in Berlin zu sehen.
Martin A. Völker
Garten I, 2025
Fotografie/Double shot, collagiert,
Acrylglas, HD-Druck, 30 x 30 cm
Edition: 1 + 1 AP
Die gezeigten Werke von Martin A. Völker spiegeln dessen aktuelle Bildarbeit wider, in der es hauptsächlich um die Brüchigkeit des Menschen und seiner Umwelt geht. Seine Fotografie ist eine narrative, die Geschichten erzählt und beim Betrachten Gedankenströme auslöst. Der fotografische Blick auf die Dinge, der Objekte zeigt, interessiert den Künstler nicht. Ihn fesselt vielmehr der Blick durch die gegebene Wirklichkeit hindurch. In einem selbst entwickelten analogen Bearbeitungsverfahren werden straßenfotografische Eindrücke zu neuen Bildwelten montiert, die surreale Reflexionsräume eröffnen. Der Künstler ist der Auffassung, dass die Realität uns festlegt und in unseren Möglichkeiten stark einschränkt. Auch die Kunst verkörpert keineswegs die beste aller möglichen Welten, sondern allenfalls die Vorhalle eines Reiches der Ideen, welche zwischen Künstler und Publikum ausgetauscht werden. Jede durch ein Bild gewonnene Vorstellung realisiert jede:r in eigenen Gedanken anders. So gesehen stellen die Bilder von Martin A. Völker in ihrer Reduziertheit Anlässe zum Denken, Fühlen und Tagträumen dar. Sie sind schön, ohne jene Spuren der Vergänglichkeit und Zerstörung zu schönen, die zu jedem Leben gehören.
Martin A. Völker (*1972 in Westberlin) ist Schriftsteller und Kunstfotograf, spezialisiert auf konzeptionelle Straßenfotografie. Er erfasst die Diversität des urbanen Lebens und entwickelt die Straßenfotografie in Richtung eines magischen Realismus weiter. Beeinflusst ist er von seiner langjährigen Dozententätigkeit als Kulturwissenschaftler und Ästhetiker an der Berliner Humboldt-Universität. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt worden. Martin A. Völker lebt und arbeitet in Berlin.
NOPE – does size matter? Gruppenausstellung
26. Juni bis 29. August 2026
Vernissage: Donnerstag, 25. Juni 2026, 18:00 Uhr
Ort: nüüd.berlin gallery, Kronenstr. 18, 10117 Berlin-Mitte, U Stadtmitte
Offen: Mi – Sa von 12:00 bis 18:00 Uhr u.n.V.








































