Eine Galerie ist kein Ort, an dem Kunst auf Menschen wartet. Sie ist ein Ort, an dem Begegnungen zwischen Kunst und Menschen ermöglicht werden.
Dieses Verständnis prägt die Arbeit von nüüd.berlin gallery.
Ich habe die Galerie 2019 gegründet, nachdem ich bereits Ende der 1990er Jahre Mitbegründer der Galerie ZFF – Zentrum für Fotografie in Berlin war und später zahlreiche Pop-up-Ausstellungen unter dem Namen Fine Art Berlin Project Spaces kuratiert habe.
Damals hätte ich meine Arbeit vermutlich noch nicht als kuratorisches Programm beschrieben. Erst im Rückblick wurde mir bewusst, was die unterschiedlichen Ausstellungen miteinander verbindet: Mich interessieren Künstler:innen, deren Arbeiten unsere Wahrnehmung erweitern und unseren Blick auf die Welt verändern können.
Zeitgenössische Kunst gilt vielen Menschen noch immer als exklusiv oder schwer zugänglich. Deshalb verstehe ich nüüd.berlin als einen offenen Ort, an dem Kunst unmittelbar erlebt werden kann – unabhängig davon, ob jemand seit vielen Jahren sammelt oder zum ersten Mal eine Galerie betritt. Kunst entfaltet ihre Wirkung nicht allein durch ihre Präsentation, sondern durch die Begegnung mit den Menschen, die sich auf sie einlassen.
Der Schwerpunkt der Galerie liegt auf zeitgenössischer Malerei und Fotografie. Viele der vertretenen Künstler:innen bewegen sich bewusst zwischen beiden Medien: Malerei entwickelt fotografische Qualitäten, Fotografie wird malerisch oder bildet den Ausgangspunkt malerischer Prozesse. Dieses Überschreiten von Grenzen ist Ausdruck eines grundsätzlichen Interesses an Übergängen, Beziehungen und unterschiedlichen Möglichkeiten, Wirklichkeit wahrzunehmen.
Zum Programm von nüüd.berlin gehören regelmäßig Künstlergespräche, Führungen, Lesungen, Atelierbesuche und digitale Vermittlungsformate. Sie begleiten die Ausstellungen nicht nur, sondern erweitern sie und eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den gezeigten Arbeiten.
Der Name nüüd ist estnisch und bedeutet „jetzt“. Er beschreibt den Moment, in dem Kunst ihre Wirkung entfaltet: im unmittelbaren Erleben, im Gespräch und in der Begegnung mit anderen Menschen.



